Archiv für Dezember 2010

Lk 2, 1-20

Ein Beitrag zum Themengebiet Berlin, Gesellschaft, geschrieben am 17. Dezember 2010 von Johanna

Gestern in der arabischen Lektüreübung. Meine letzte Unterrichtsstunde vor Weihnachten. Ich dachte, ich mache mal was, das zur Saison passt. Nur einer der Studenten hat nach den ersten zwei Sätzen den Text erkannt. Und das mit den himmlischen Heerscharen oder „Ehre sei Gott in der Höhe“ war auch eher schwierig. Berlin ist halt heidnisches Territorium. :)

(NB: Ich meine das nicht als Diffamierung der Studierenden; von den muslimischen Studierenden würde ich die Kenntnis des Lukasevangeliums sowieso eher weniger erwarten. Ich finde es nur traurig, dass religiöse Inhalte, die von so großer Bedeutung für unsere Kultur sind, außerhalb des freiwilligen Religionsunterrichtes in den Schulen kaum vermittelt werden, in Berlin noch weniger als anderswo.  Dazu gehören übrigens auch Grundkenntnisse über den Islam.)

وَفِي تِلْكَ الأَيَّامِ صَدَرَ أَمْرٌ مِنْ أُوغُسْطُسَ قَيْصَرَ بِأَنْ يُكْتَتَبَ كُلُّ الْمَسْكُونَةِ. 2 وَهَذَا الاِكْتِتَابُ الأَوَّلُ جَرَى إِذْ كَانَ كِيرِينِيُوسُ وَالِيَ سُورِيَّةَ. 3 فَذَهَبَ الْجَمِيعُ لِيُكْتَتَبُوا كُلُّ وَاحِدٍ إِلَى مَدِينَتِهِ. 4 فَصَعِدَ يُوسُفُ أَيْضاً مِنَ الْجَلِيلِ مِنْ مَدِينَةِ النَّاصِرَةِ إِلَى الْيَهُودِيَّةِ إِلَى مَدِينَةِ دَاوُدَ الَّتِي تُدْعَى بَيْتَ لَحْمٍ لِكَوْنِهِ مِنْ بَيْتِ دَاوُدَ وَعَشِيرَتِهِ 5 لِيُكْتَتَبَ مَعَ مَرْيَمَ امْرَأَتِهِ الْمَخْطُوبَةِ وَهِيَ حُبْلَى. 6 وَبَيْنَمَا هُمَا هُنَاكَ تَمَّتْ أَيَّامُهَا لِتَلِدَ. 7 فَوَلَدَتِ ابْنَهَا الْبِكْرَ وَقَمَّطَتْهُ وَأَضْجَعَتْهُ فِي الْمِذْوَدِ إِذْ لَمْ يَكُنْ لَهُمَا مَوْضِعٌ فِي الْمَنْزِلِ. 8 وَكَانَ فِي تِلْكَ الْكُورَةِ رُعَاةٌ مُتَبَدِّينَ يَحْرُسُونَ حِرَاسَاتِ اللَّيْلِ عَلَى رَعِيَّتِهِمْ 9 وَإِذَا مَلاَكُ الرَّبِّ وَقَفَ بِهِمْ وَمَجْدُ الرَّبِّ أَضَاءَ حَوْلَهُمْ فَخَافُوا خَوْفاً عَظِيماً. 10 فَقَالَ لَهُمُ الْمَلاَكُ: „لاَ تَخَافُوا. فَهَا أَنَا أُبَشِّرُكُمْ بِفَرَحٍ عَظِيمٍ يَكُونُ لِجَمِيعِ الشَّعْبِ: 11 أَنَّهُ وُلِدَ لَكُمُ الْيَوْمَ فِي مَدِينَةِ دَاوُدَ مُخَلِّصٌ هُوَ الْمَسِيحُ الرَّبُّ. 12 وَهَذِهِ لَكُمُ الْعَلاَمَةُ: تَجِدُونَ طِفْلاً مُقَمَّطاً مُضْجَعاً فِي مِذْوَدٍ“. 13 وَظَهَرَ بَغْتَةً مَعَ الْمَلاَكِ جُمْهُورٌ مِنَ الْجُنْدِ السَّمَاوِيِّ مُسَبِّحِينَ اللهَ وَقَائِلِينَ: 14 „?لْمَجْدُ لِلَّهِ فِي الأَعَالِي وَعَلَى الأَرْضِ السَّلاَمُ وَبِالنَّاسِ الْمَسَرَّةُ“. 15 وَلَمَّا مَضَتْ عَنْهُمُ الْمَلاَئِكَةُ إِلَى السَّمَاءِ قَالَ الرُّعَاةُ بَعْضُهُمْ لِبَعْضٍ: „لِنَذْهَبِ الآنَ إِلَى بَيْتِ لَحْمٍ وَنَنْظُرْ هَذَا الأَمْرَ الْوَاقِعَ الَّذِي أَعْلَمَنَا بِهِ الرَّبُّ“. 16فَجَاءُوا مُسْرِعِينَ وَوَجَدُوا مَرْيَمَ وَيُوسُفَ وَالطِّفْلَ مُضْجَعاً فِي الْمِذْوَدِ. 17 فَلَمَّا رَأَوْهُ أَخْبَرُوا بِالْكَلاَمِ الَّذِي قِيلَ لَهُمْ عَنْ هَذَا الصَّبِيِّ. 18 وَكُلُّ الَّذِينَ سَمِعُوا تَعَجَّبُوا مِمَّا قِيلَ لَهُمْ مِنَ الرُّعَاةِ.  19 وَأَمَّا مَرْيَمُ فَكَانَتْ تَحْفَظُ جَمِيعَ هَذَا الْكَلاَمِ مُتَفَكِّرَةً بِهِ فِي قَلْبِهَا. 20 ثُمَّ رَجَعَ الرُّعَاةُ وَهُمْ يُمَجِّدُونَ اللهَ وَيُسَبِّحُونَهُ عَلَى كُلِّ مَا سَمِعُوهُ وَرَأَوْهُ كَمَا قِيلَ لَهُمْ.

Islamkritik und Wissenschaft

Ein Beitrag zum Themengebiet Gesellschaft, Islam, Wissenschaft, geschrieben am 14. Dezember 2010 von Johanna

Als ich gestern eine Debatte in den Kommentarspalten von tagesspiegel.de überflog, wurde mir endlich klar, was mich an diesen ganzen ewiggleichen Islamdebatten am allermeisten nervt. Es ist nicht die infantile Art, in der Menschen, die nie im Leben freiwillig in die Kirche gehen oder gar an die Auferstehung glauben oder auf vorehelichen Sex verzichten würden, schreien: „Das Christentum ist aber besser als der Islam! Ätsch!“ Nein, es ist die Art und Weise, in der die „Islamkritiker“ die Werte der Aufklärung dem unaufgeklärten Islam entgegenhalten und dabei der Islamwissenschaft eine Einstellung entgegenbringen, die diesen Werten Hohn spricht. Sobald jemand versucht, das zu tun, was Wissenschaft in der abendländischen Tradition tun sollte, nämlich kritisch, differenziert, sachlich und unvoreingenommen Dinge zu beschreiben, zu analysieren und zu erklären, nicht aber moralisch zu verurteilen, steht ihnen der Schaum vor dem Mund. Und im gleichen Atemzug schreien sie: „Aufklärung! Abendland!“ Klar, es gibt massenhaft Muslime (und vermutlich auch Buddhisten, Ufo-Jünger etc.), die nicht weniger verbohrt und ideologisch argumentieren und jeden diffamieren, der nicht im ersten Satz ihre Vorurteile bestätigt, aber die berufen sich wenigstens nicht auf den abendländischen Rationalismus. Können die Islamkritiker das bitte ab heute auch bleiben lassen? (Keine Chance, ich weiß.)