Archiv für August 2007

Sehr wahr

Ein Beitrag zum Themengebiet Gesellschaft, Wissenschaft, geschrieben am 29. August 2007 von Johanna

Ein arabisches Ruderteam auf dem steinigen Weg zur Meisterschaft:

Conni wird Hausfrau

Ein Beitrag zum Themengebiet Bücher, Familie, Gesellschaft, geschrieben am 29. August 2007 von Johanna

Bin ich zu selbstbezogen? Es stört mich immer ziemlich, wenn in Kinderbüchern Rollenbilder und Familienklischees auftauchen, mit denen ich mich nicht identifizieren kann und in denen ich auch unser Familienleben nicht wiederfinde. Z.B. lässt sich Ladis derzeit mit Begeisterung „Conni geht zum Arzt“ vorlesen, das wir irgendwann mal als Pixi-Buch geschenkt bekommen haben. Connis Mama ist in diesem Buch natürlich zeitlich total ungebunden, und deswegen geht Conni halt einfach mal vormittags nicht in den Kindergarten, wenn eine Vorsorgeuntersuchung beim Arzt ansteht. So ist das in ganz vielen Kinderbüchern: Kleinkinder bis drei Jahren sind natürlich zuhause bei Mama, und Mama macht auch später im Leben nix Besonderes, außer Mama zu sein, während Papa nur gelegentlich da ist.

Das andere finde ich nicht so schlimm: Babys werden in den ganzen „Ich kriege ein Geschwisterchen“-Büchern halt in Rückenlage geboren, kriegen Fläschchen, haben alle einen Schnuller usw. usf. Okay, das war bei uns zwar nicht so (naja, Ladis hatte einen Schnuller, Luzie nicht), aber was soll’s. Die Bücher wollen nun mal den kleinsten gemeinsamen Nenner treffen. So herum ist es mir immer noch lieber als in dem Alternativ-Kinderbuch „Süße Milch für Jules Bruder“, in dem Kinder natürlich zuhause geboren werden, jahrelang gestillt werden und Stoffwindeln haben, und dies alles ist selbstverständlich viiieeeel besser als Krankenhausgeburten, Fläschchen und Wegwerfwindeln. Das finde ich persönlich zwar auch, aber deswegen muss ich mich ja nicht gleich als besserer Mensch fühlen und pausenlos heraushängen lassen, wie alternativ, anders und „bewusst“ ich doch lebe. Bei den Alternativen bleibt Mama, abgesehen davon, ja meist auch zuhause. Oder erst recht. Diese Rollenbilder sind es, die mich wirklich stören.

Übrigens ärgert mich das Conni-Buch auch deswegen, weil ich es total unmöglich finde, dass der Arzt das Kind die ganze Zeit nackt sein lässt, während er sie ausfragt, Musik hören, auf einem Bein hüpfen lässt usw. So etwas würde ich mir von einem Frauenarzt schließlich auch nicht bieten lassen.

Tja, Ladis liebt das Buch trotzdem und möchte derzeit Kinderarzt werden. Und Lorenz und ich sollen auch Kinderärzte werden. Ladis findet es beim Kinderarzt einfach toll. :-)

Der Mufti, der Mufti, der hat immer Recht…

Ein Beitrag zum Themengebiet Ägypten, Islam, Wissenschaft, geschrieben am 29. August 2007 von Johanna

… oder nicht? Ali Gomaa, Ägyptens oberster Mufti, ist ziemlich gut darin, mit gewagten Stellungnahmen an die Öffentlichkeit zu treten und hinterher doch alles ganz anders gemeint zu haben, was des öfteren ziemlich amüsant ist. Anfang des Jahres durften z.B. Frauen erst nicht Staatspräsident werden, was viele Frauen nicht so gut fanden, zumal die ägyptische Verfassung nichts dergleichen sagt. Gomaa fand dann plötzlich heraus, dass sie es eigentlich doch dürfen, zumindest heutzutage.

Im Juni erzielte eine Zeitung einen Lacherfolg, indem sie eins von Gomaas Büchern zitierte, in dem er erläuterte, die Prophetengenossen hätten es als segensreich betrachtet, den Urin des Propheten zu trinken. Zu seinem Glück wurde er kurz darauf von einem Azhar-Mufti überboten, der eine tolle Lösung für Frauen anbot, die mit männlichen Kollegen in einem Büro arbeiten müssen: Sie müssten einfach den Kollegen fünfmal symbolisch stillen, dann sei er Milchverwandter, und sie dürften allein miteinander im Zimmer sein. Die ganze Welt lachte sich tot, und Gomaa beeilte sich, nach einer Kontrollinstanz für Fatwaüberwachung zu rufen. Vermutlich möchte er in irgendeiner Form daran beteiligt sein.

Im Juli schließlich erklärte er in Newsweek und Washington Post, der Islam sehe keinerlei weltliche Strafe für Abtrünnige vor, die das Fundament der Gesellschaft nicht bedrohen. Abgesehen davon, dass Letzteres eine relativ dehnbare Einschränkung darstellen dürfte, widerspricht er damit deutlich dem Mainstream des islamischen Rechts, steht dafür aber im Einklang mit dem ägyptischen Recht (erwähnte ich, dass er dem Justizministerium untersteht?) und, was in diesem Kontext wichtiger gewesen sein dürfte, will den Amerikanern natürlich beweisen, dass der Islam vollkommen tolerant ist. Dumm nur, dass seine Äußerungen in nullkommanix von allen ägyptischen Medien aufgegriffen wurden, woraufhin seine Behörde erst einmal dementierte, was sich aber nicht halten ließ… und jetzt braucht er nur noch einen weiteren Azhar-Gelehrten, der mit einer grotesken Fatwa hervortritt, die Gomaa völlig von der Bildfläche verdrängt – wenn das nicht schon die ägyptische Regierung schafft, die gerade mal wieder die Muslimbrüder platt macht.

Was auch immer da los ist…

Ein Beitrag zum Themengebiet Allgemein, geschrieben am 29. August 2007 von Johanna

… es ist nichts Gutes: Das Hickhack um das faktisch nicht mehr existierende Deutsche Orient-Institut ist einerseits schon ziemlich komisch, aber andererseits insgesamt doch eher traurig. Es scheint so zu sein, als ob Frau Rang mit ihrer Profilneurose ihr bisschen Einfluss gekonnt dazu benutzt hat, möglichst alles kaputtzumachen, das sie nicht unter Kontrolle hat:

Zenith berichtet.

Meine persönliche Harry Potter-Rangliste

Ein Beitrag zum Themengebiet Bücher, geschrieben am 29. August 2007 von Johanna

1. Prisoner of Azkaban (Band 3)

2. Half-Blood Prince (Band 6)

3. Deathly Hallows (Band 7)
3. Philosopher’s Stone (Band 1)

5. Order of the Phoenix (Band 5)

6. Chamber of Secrets (Band 2)

7. Goblet of Fire (Band 4)

Müde…

Ein Beitrag zum Themengebiet Allgemein, geschrieben am 28. August 2007 von Johanna

In den letzten Wochen waren wir verreist, und wenn wir nicht verreist waren, habe ich entweder die Kinder bespaßt oder gearbeitet. Und Harry Potter gelesen. Erst Band 7, dann Band 6 nochmal, dann Band 1-5 nochmal, und jetzt Band 7 ein zweites Mal. Verrückt, ich weiß. Und weil ich mich gestern abend nicht losreißen konnte, sitze ich jetzt gähnend am Schreibtisch und trinke Oolong-Tee. Warum habe ich meinen Harry Potter eigentlich nicht mit ins Büro genommen? 😉