Archiv für Juli 2007

The Deathly Hallows

Ein Beitrag zum Themengebiet Bücher, geschrieben am 24. Juli 2007 von Johanna

Wenn es nach diesem hier noch einen Harry Potter gäbe, würde ich ihn vermutlich nicht noch einmal bei Amazon bestellen, denn er kam gemeinerweise erst Samstag nachmittag bei mir an – welch Folter! Außerdem würde ich beantragen, dass die Kita zu solchen Anlässen ausnahmsweise am Wochenende geöffnet hat. Es ist einfach eine Zumutung, zu verfolgen, wie Harry von Voldemorts Anhängern gefangen genommen wird, und dabei ständig irgendwelche Kinderfragen beantworten zu müssen. *grummel* Meine Versuche, mir für dieses Wochenende Kinderbetreuung zu organisieren, waren leider nicht sonderlich erfolgreich, weil keiner die Wichtigkeit meines Anliegens so recht zu schätzen wusste *megagrummel*.

Okay. Ohne jetzt zu viel verraten zu wollen: Ich finde das Buch gut. Allerdings gibt es relativ wenig Anlass zum Lachen und eine riesige Menge Tote – aber trotzdem ist alles am Ende sehr versöhnlich. Vor den ganz großen Hämmern ist Rowling dann doch zurückgeschreckt. Finde ich aber auch in Ordnung, es muss ja nicht in jedem Band eine Hauptfigur dran glauben. Das Ende fand ich z.T. etwas undurchschaubar, es artete in Voldemort-Seelen-Arithmetik aus. Aber vielleicht liegt das auch nur daran, dass ich mich nicht uneingeschränkt darauf konzentrieren konnte.

Ich fand, man hat dem Buch deutlich angemerkt, dass die Autorin ungefähr in derselben Lebensphase steckt wie ich, nämlich Mutter mit kleinen Kindern. Ständig geht es um Eltern, deren Kinder sterben oder nicht sterben sollen, oder Kinder, deren Eltern sterben oder nicht sterben sollen, und es ist alles sehr emotional. Ich kann das gut verstehen. Mir ginge das auch so, wenn ich jetzt ein Buch schreiben würde. :-)

Die Art, wie die Figuren und die Handlung sich entwickeln, fand ich insgesamt folgerichtig. Das Buch war spannend wie immer und ein würdiger Abschluss der Serie. Die Leute sind zum Glück auch nicht mehr ganz so pubertär wie in Band fünf, das fand ich etwas anstrengend.

Es dringt jetzt erst so richtig zu mir durch, dass kein achter Band kommen wird. Aus, Schluss, das war’s. Das Warten auf den nächsten Harry Potter hat mich die letzten ca. acht Jahre begleitet… und jetzt  kann ich nur noch die alten Bände wieder lesen. Traurig.

Mal wieder eine Liste

Ein Beitrag zum Themengebiet Allgemein, geschrieben am 19. Juli 2007 von Johanna

Populäre Phänomene, mit denen ich absolut nicht das Geringste anfangen kann

Hunde
Pferde
Krimis
Die Farbe Rosa (nur noch getoppt durch die Kombination mit braun oder khaki)
Fernsehen
alkoholische Getränke (auch Wein)
Kaffee
Autos
politisch korrekte Pluralformen (Dekonstruktivistinnen und Dekonstruktivisten)
Gibran Khalil Gibran
Die Leiden des jungen Werther
James Bond
Musik als Hintergrundberieselung
Milch
Shoppen gehen (wofür gibt es das Internet?)

Panierter Fisch

Ein Beitrag zum Themengebiet Kochen, geschrieben am 15. Juli 2007 von Johanna

Gestern habe ich Welsfilets gekauft, um sie zu panieren. Testhalber habe ich sie erst mit Zitronensaft eingerieben, dann mit reichlich Garam Masala, gemahlenem Koriander, Salz und etwas Cayennepfeffer gewürzt und schließlich in Semmelbröseln paniert. Super! Selbst Lorenz, der sonst kein übermäßiger Fischfan ist, war begeistert.

Es gibt Hoffnung!

Ein Beitrag zum Themengebiet Allgemein, geschrieben am 13. Juli 2007 von Johanna

Heute nacht wurde ich nur ein einziges Mal geweckt – und das erst um vier Uhr morgens. Und dann erst wieder um halb sieben. Ich fasse es nicht.

Wie immer nach solch grandiosen Nächten bin ich abartig müde. Mein Körper sagt: „MEEEEEEEHHHR!“ Also, Luzie. Bittebittebitte?

Heidelbeertorte

Ein Beitrag zum Themengebiet Kochen, geschrieben am 8. Juli 2007 von Johanna

Ein superleckeres Sommerrezept!

Zutaten:

300g Mehl
200g Butter
100g Zucker
1 Ei
1 Prise Salz
500g Quark (20%)
250g Schlagsahne
8 EL Rohrzucker
Schale einer abgeriebenen Zitrone
6 Blatt weiße Gelatine
400g frische Heidelbeeren
200g Heidelbeer-Fruchtaufstrich (oder -Marmelade)

Zubereitung:

Aus Mehl, kalter Butter (in Flöckchen), Zucker, Ei und Salz rasch einen Mürbeteig kneten und 2h kühlstellen.

Ofen auf 220 Grad vorheizen. Teig auf einer leicht bemehlten Fläche ausrollen und Boden und Rand einer Springform (26cm) damit auslegen. Mit einer Gabel mehrmals einstechen. Im vorgeheizten Ofen 15 Minuten backen; etwas abkühlen lassen.

Gelatine 5 Minuten in kaltem Wasser einweichen. Sahne mit 2 EL Zucker steif schlagen. Quark mit restlichem Zucker und Zitronenschale verrühren. Gelatine ausdrücken und in einem Topf erwärmen, bis sie sich auflöst. Einige Esslöffel Quark mit einem Schneebesen dazurühren und die Mischung rasch mit dem restlichen Quark verrühren. Gut mit der Sahne vermischen und 200g Heidelbeeren unterheben.

Quarkmasse auf den Tortenboden geben. Heidelbeermarmelade in einem Topf aufkochen. Vom Herd nehmen, die restlichen frischen Heidelbeeren unterrühren, auf der Quarkmasse verteilen und die Torte kaltstellen, bis die Gelatine fest ist.

Berlin +-, 2. Teil

Ein Beitrag zum Themengebiet Berlin, geschrieben am 4. Juli 2007 von Johanna
+ Die Seen, die Flüsse, die Teiche, die Kanäle, die Bäche…
… die Pfützen.
Der Biosupermarkt in Lankwitz hat schließen müssen. :-( Lankwitzer, warum mögt Ihr kein Bio einkaufen??
+ Die BVG. Top-Pünktlichkeit, Top-Netz.
+ Programmkinos mit gemauerten Sesseln.
Programmkinos im 5. Stock ohne Aufzug.
+ Man kann hier wirklich ohne Auto leben.
+ Das Technikmuseum. Das finde sogar ich nett, und ich gehöre zu den Leuten, die für das gesamte Deutsche Museum 23 Minuten brauchen.
In Dahlem gibt’s NICHTS. Warum ist die FU ausgerechnet in Dahlem?
+ Na gut, in Dahlem gibt es immerhin eine supergute Kita, nämlich die FU-Kita.
+ Und hübsch ist es da. Grün. (Punktabzug für Kopfsteinpflaster.)
+ „Anno Domini Berlin“, erscheint 2008/09, Coautorin: Johanna Pink :-)
Die Hunde.
Die Hunde.
Erwähnte ich schon, dass ich kein Hundefan bin?

Mehr in Folge 3. :-)

Das stille Mädchen

Ein Beitrag zum Themengebiet Bücher, geschrieben am 4. Juli 2007 von Johanna

Der (relativ) neue Roman von Peter Høeg ist schon spannend, doch. Ich habe mehrere Tage nur geistesabwesend mit meiner Familie kommuniziert, während ich das Geschick von Kasper Krone verfolgt habe, bin viel zu spät schlafen gegangen und musste mich sehr zurückhalten, das Buch nicht zur Arbeit mitzunehmen.

Ich muss einschieben, dass ich schon von Høegs „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ gefesselt war; ich erinnere mich an ein Wochenende, das ich von morgens bis abends mit Lesen verbracht habe… nur um das Buch dann gleich noch einmal durchzulesen (damals hatte ich noch Zeit!). „Fräulein Smilla“ ist heute noch eines meiner Lieblingsbücher.

„Das stille Mädchen“ kann da nicht ganz mithalten. Über weite Strecken konnte ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass es, so spannend es ist, „Fräulein Smilla“ einfach zu ähnlich ist. Die Hauptperson ist mittelalt, gescheiterte Existenz und sozialer Außenseiter, dabei wahnsinnig intelligent, schlagfertig und mit vielen Talenten gesegnet und verfügt außerdem über eine außergewöhnliche Begabung. Und über einen Papa, der im Zweifelsfall weiter weiß. Es geht um ein Kind (in einem Fall tot, in dem anderen entführt), um einen bizarren Fall von organisierter Wirtschaftskriminalität, es ist alles sehr mysteriös, und das Ende ist irgendwie unbefriedigend. Aber die Hauptperson hat dafür wenigstens Glück in der Liebe.

Bei „Fräulein Smilla“ hat das alles gut funktioniert, beim „Stillen Mädchen“ war ich hingegen letztlich unbegeistert. Die Auflösung ist zum Teil vorhersehbar, zum Teil wirklich enttäuschend, weil sie die Handlung des ganzen Buches entwertet, und die ganzen religiösen Bezüge und Ideen finde ich verschroben und ziemlich gewollt. Dass ständig von „Gott die Herrin“ die Rede ist, ist da noch das kleinere Problem. Letztlich fand ich das ganze Konstrukt einfach unplausibel. Dass das Buch vorher so spannend war, hat nur die Enttäuschung angesichts des nicht überzeugenden Ausgangs gesteigert.

So richtig schlecht ist es nicht, aber wenn man es nicht gelesen hat, hat man auch nichts verpasst. Das ist bei „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ anders.

Beruhigend???

Ein Beitrag zum Themengebiet Islam, geschrieben am 4. Juli 2007 von Johanna

„Dem pakistanischen Militär als Institution geht es weniger um Allah als um den Mammon. Das macht die Generäle berechenbar. Sie mögen die fundamentalistischen Mullahs hofieren. Doch das geschieht aus opportunistischen Motiven, nicht aus innerster Überzeugung.“

So Ulrich Ladurner in der ZEIT. Und diese Analyse bezeichnet er als „beruhigend“. Beruhigend? Was ist daran beruhigend? Was bitte ist an einer Kaste, die ihre Loyalitäten an Macht- und Profitstreben ausrichtet, berechenbar? Und wieso eigentlich sind diejenigen, denen es aus „innerster Überzeugung“ um den Islam geht, per se unberechenbar? Das ist wieder mal der wohlbekannte Reflex des Westens: Islamisten sind böse und gefährlich, also unterstützen wir ihre Gegner (z.B. Saddam Hussain, Fatah, Mubarak), egal wie undemokratisch, diktatorisch, korrupt, menschenrechtsfeindlich und agressiv sie auftreten – natürlich nur, solange sie außenpolitisch entgegenkommend sind. Muss man in einer anspruchsvollen Wochenzeitung so eine platte Analyse lesen?

Wir wollen Haare sehen!

Ein Beitrag zum Themengebiet Gesellschaft, Islam, geschrieben am 3. Juli 2007 von Johanna

Das Arbeitsgericht Düsseldorf hat entschieden, dass das Land NRW seinen Lehrerinnen nicht nur Kopftücher, sondern auch Baskenmützen verbieten darf, wenn die so getragen werden, dass man keine Haare sieht, sprich, als „politisches Symbol“. Richtig so! Schließlich gibt es ein Menschenrecht darauf, anderer Leute Haare zu sehen. Die Musliminnen sollen sich mal nicht so haben, dann kommen sie halt in die Hölle, mein Gott, was soll’s.

Ich finde, die Schulbehörden sollten ab sofort alle Lehramtsanwärterinnen vor der Einstellung zum Bikini Contest bitten. Auf diese Weise kann man sicherstellen, dass keine unerwünschten Elemente unsere Schülerinnen in ihrer augenscheinlich mehrheitlichen Überzeugung behindern, dass „bauchfrei“ eine angemessene Alltagsbekleidung ist.