Archiv für Februar 2007

Verständnisinnig

Ein Beitrag zum Themengebiet Gesellschaft, geschrieben am 24. Februar 2007 von Johanna

Ich hoffe, dass SPD-Chef Kurt Beck nie „Verständnis“ für mich hat. Das sieht dann nämlich so aus:

„SPD-Chef Kurt Beck verglich Mixa indirekt mit einem kastrierten Kater. Bei einer Programmkonferenz der SPD reagierte Beck mit einem Witz auf die ‚Gebärmaschinen‘-Äußerung des Geistlichen: Eine einsame Frau habe sich als Gesellschaft einen Kater gekauft, der aber jeden Abend unterwegs gewesen sei und sie alleine gelassen hätte. Auf Rat einer Freundin habe sie ihn daraufhin kastrieren lassen. Als sie später der Freundin klagte, der Kater sei weiterhin jeden Abend unterwegs, habe diese ungläubig gefragt: ‚Wieso denn, der kann doch gar nicht mehr?‘ Darauf habe die Frau gesagt: ‚Das nicht, aber er berät jetzt.‘ Er wolle mit der Geschichte von dem Kater um Verständnis für Mixa werben, sagte Beck.

Ladis‘ Top Five Hitparade

Ein Beitrag zum Themengebiet Bücher, Familie, geschrieben am 23. Februar 2007 von Johanna

… der Vorlesebücher:

Das große Bilderbuch von Michel aus Lönneberga

Petterson und Findus: Eine Geburtstagstorte für die Katze (Hauptthema dieses Buches ist das Backen einer Pfannkuchentorte, und Pfannkuchen sind Ladis‘ große Obsession im Moment)

Dieselben: Ein Feuerwerk für den Fuchs

Wo die Wilden Kerle wohnen (da stört ihn nur, dass am Ende, wo Max wieder in seinem Zimmer ist und das Essen auf dem Tisch steht und es ist noch warm, an dem Tisch kein Stuhl steht, und wo soll der arme Max dann bitte sein Essen essen? „Die Mama hat den Stuhl vergessen!“)

Der Grüffelo (und die Fortsetzung, „Das Grüffelokind“ – aus Erwachsenensicht deutlich schwächer, aber Ladis stört das nicht)

Unser zuverlässiger Partner…

Ein Beitrag zum Themengebiet Ägypten, Islam, Wissenschaft, geschrieben am 23. Februar 2007 von Johanna

… für Stabilität und Sicherheit im Nahen Osten, das „liberale“ und „moderate“ Regime in Ägypten (soll wohl heißen, die Frau des Präsidenten trägt kein Kopftuch oder so), hat den 21jährigen ägyptischen Blogger Abdulkarim Nabil Suleiman Amer zu vier Jahren Gefängnis verurteilt – drei für „Verhöhnung der Religion“ und eines für „Beleidigung des Präsidenten“. Das Urteil stützt sich ausschließlich auf die Tatsache, dass Abdulkarim seine persönlichen Ansichten über die Azhar-Universität (an der er auf Druck seiner Familie studierte), den Islam (den er – selber muslimischer Herkunft – als fanatisch und intolerant empfand) und das diktatorische Regime in seinem Blog veröffentlichte.

Abdulkarims Vater äußerte der Presse gegenüber, er werde seinen Sohn enterben, ihn aus der Familie verstoßen und fordere die Anwendung der Todesstrafe für Abtrünnige gegen ihn, sofern er nicht bereue und zum Islam zurückkehre. Das fällt wohl unter „Wahrung der Familienehre“. Man könnte auch sagen, wer solche Eltern hat, braucht keine Feinde.

Mehr über den Prozess und die Hintergründe findet sich (in englischer Sprache) auf dieser Seite. Die Autoren sind nach eigenem Bekunden Muslime; und obwohl sie sich durch einige der Beiträge Abdulkarims angegriffen fühlten, möchten sie sein Recht auf Meinungsfreiheit verteidigen. Das ist eine Souveränität, von der das ägyptische Regime (und leider vermutlich auch ein ziemlich großer Teil der ägyptischen Muslime) weit entfernt ist.

Orthodoxie ist, wenn wo man…

Ein Beitrag zum Themengebiet Gesellschaft, Islam, geschrieben am 23. Februar 2007 von Johanna

Diese Woche ist in der ZEIT im Rahmen der siebenteiligen Serie  über Religionen der Islam an der Reihe. Und der Beitrag von Jörg Lau ist eigentlich auch nicht so schlecht – bis auf die Stelle, wo er versucht, die Entwicklung der islamischen Theologie in ca. 15 Zeilen zusammenzufassen. Ohne das im Einzelnen aus islamwissenschaftlicher Perspektive haarspalterisch kommentieren zu wollen, aber was soll man z.B. von der folgenden Passage halten?

„Die Orthodoxie, die alles aus einer Sure oder einem Hadith erklären kann, setzte sich historisch durch. Sie drängte Freigeister, Rationalisten und Mystiker an den Rand.“

Mal abgesehen davon, dass ich es für fragwürdig halte, Orthodoxie dadurch zu definieren, dass sie alles aus einer Sure oder einem Hadith erklären kann (stimmt so einfach nicht): Ist Orthodoxie nicht eigentlich per definitionem die Strömung, die sich historisch durchgesetzt hat?

Das wäre ungefähr so, als würde man in Ägypten einen Artikel über die katholische Kirche lesen, in dem der Autor es für wichtig hält, anzumerken, dass in der katholischen Kirche die Anhänger des Papstes nach wie vor die Mehrheit darstellen. Stimmt schon irgendwie, ja, aber… hmm…

Rollenbilder

Ein Beitrag zum Themengebiet Familie, Gesellschaft, geschrieben am 20. Februar 2007 von Johanna

Heute war Karneval (oder, wie der Berliner sagt, Fasching) im Kindergarten. Die Jungen gingen als Teufel, Pirat, Räuber oder Astronaut oder eben als Stegosaurus.

Die Mädchen gingen ausnahmslos – 100% – jede einzelne – als Prinzessin bzw. als Prinzessin mit einem Stab mit Stern dran, also Fee.

Gibt es heute keine anderen Mädchenrollen mehr? Von Rittern oder Piraten ganz zu schweigen (das passt wohl nicht zu den zwingend vorgeschriebenen langen Haaren, mit denen kleine Mädchen derzeit herumzulaufen haben), wären von Pippi Langstrumpf bis zur Indianersquaw unzählige interessante Mädchenkostüme denkbar, die ohne rosa Tüll und glitzernde Plastikdiademe auskommen.

Früher war sicher nicht alles besser, aber als ich klein war, konnten kleine Mädchen noch alles Mögliche sein. Auch Prinzessin natürlich. Weder gegen Prinzessinnen noch gegen lange Haare ist irgend etwas einzuwenden, solange es sich um eine Option unter vielen handelt und Mädchen wie Jungen die Möglichkeit haben, mit verschiedensten Rollenbildern zu experimentieren.

Ladis möchte übrigens nächstes Jahr als Fotoapparat gehen. Diesmal ist Lorenz damit dran, das Kostüm zu basteln.