Archiv für Januar 2007

Meinungsfreiheit…

Ein Beitrag zum Themengebiet Ägypten, Islam, Wissenschaft, geschrieben am 31. Januar 2007 von Johanna

… ist ein Gut, das in vielen Ländern der arabischen Welt wenig Wertschätzung erfährt. In Ägypten sitzt derzeit der 22jährige Blogger Abd al-Karim Suleiman in Haft und wartet auf seinen Prozess; die „Verleumdung Ägyptens“ und „Verhöhnung des Islams“ kann ihm bis zu neun Jahre Gefängnis einbringen. Er hat sich in seinem Blog wiederholt gegen Diktatur, Benachteiligung von Frauen und einen aus seiner Sicht antiquierten Islam gewendet, wurde dafür von der Azhar-Universität verwiesen (wo er nur auf Wunsch seiner Eltern studiert hatte), konnte keinen Studienplatz an einer anderen Universität erhalten und wurde schließlich verhaftet und angeklagt.

Hier kann man eine Petition unterzeichnen, die seine Freilassung fordert. Diese Seite bietet mehr Informationen und viele Links, zum Fortgang des Prozesses und auch zur Medienberichterstattung.

Es ist wichtig, dass wir nicht wegschauen. Ägypten fährt die „richtige“ Außenpolitik, und deswegen werden eklatante Menschenrechtsverletzungen von westlichen Regierungen großzügig ignoriert. Nur ein Beispiel: Kürzlich wurde ein Fall von Folter in Polizeigewahrsam publik, weil ein Polizist den Vorgang per Handy gefilmt hatte (nicht aus Abscheu, sondern um damit anzugeben!!) und das Video ins Internet gelangt war. Prompt wurde das Opfer (er war u.a. mit einem Stock vergewaltigt worden) zu drei Monaten Gefängnis wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt verurteilt. Derzeit kursieren weitere Foltervideos, auch mit weiblichen Opfern. Die Regierung reagiert, indem sie denjenigen droht, die darüber publizieren oder die Videos veröffentlichen: sie schädigten das Ansehen des Landes.

Viele Ägypter sind empört darüber, wie der Polizeistaat, in dem sie leben, von westlicher Seite hofiert wird. Sie freuen sich über jede moralische Unterstützung.

Berlin +-, 1. Folge

Ein Beitrag zum Themengebiet Berlin, geschrieben am 20. Januar 2007 von Johanna
+ Die vielen Bäume im Stadtbild
Die vielen Bäume verlieren im Herbst ihr ganzes Laub und keiner räumt es weg und man hat dann alles voll Laubmatsch. Außerdem stehen sie einem in der Sonne.
+ Die guten Spielplätze.
Der Zustand der Straßen und Bürgersteige. Plitschplatsch.
Insbesondere: Das KOPFSTEINPFLASTER.
Ordnungsamtsfredis, die 10 Euro wollen, weil man mit einem Fahrrad auf einem menschenleeren Fußgänger-/Radweg auf der falschen Seite 20m zur Imbissbude ausrollt. Grrr.
+ Das exzellente Institut für Islamwissenschaft. :-)
+ Großes Angebot an Ganztagskindergärten und -krippen von 08/15 bis hyperalternativ.
Das Jugendamt und seine Betreuungsgutscheine und seine grenzdebilen Sachbearbeiterinnen.
+ Die vielen Biosupermärkte.
+ Der Reichelt an der Siemensstraße, Supermarkt des Jahres 2006.
o Faßbrause. So richtig schlecht ist sie nicht, aber Bionade schmeckt wirklich besser.
+ Die Preisstruktur in Gastronomie, Dienstleistungsgewerbe und Einzelhandel.
+ Die Dönerbudendichte.
+ Die Briefkastendichte.
+ Die vielen großen und auch noch bezahlbaren Wohnungen.
Wenn man mit dem Fahrrad einen Zebrastreifen überquert, findet sich immer jemand, der einen rüde belehrt, man hätte zu schieben.
Bei belanglosen Meinungsverschiedenheiten im Straßenverkehr wird man sofort als „Arsch“ tituliert. Besonders, wenn man im Recht ist.
+ Doppeldeckerbusse.
+ Die Domäne Dahlem.
Es gibt kaum Metzger oder vernünftige Gemüseläden oder Ähnliches.
Die Bäcker. Besonders Kuchen und Teilchen.
+ Die Schrippen.
Dass man beim Busfahren immer vorne beim Fahrer einsteigen und sein Ticket vorzeigen muss.
85% der Busfahrer lassen an Unfreundlichkeit nichts zu wünschen übrig.
+ Die echt kantonesischen Restaurants in Charlottenburg.
+ Ich würde jetzt gern schreiben „Das Kulturangebot“, aber:
– keine Omas und Opas in der Nähe. :-(

Mehr in Folge 2. :-)