Zora
Ein Beitrag zum Themengebiet Familie, geschrieben am 3. Mai 2010 von JohannaAm 29. April um 04.03 Uhr morgens im Wasser geboren,
mit 3280g und 52 cm:
Zora Jeanne
Wir sind sehr glücklich!
Am 29. April um 04.03 Uhr morgens im Wasser geboren,
mit 3280g und 52 cm:
Zora Jeanne
Wir sind sehr glücklich!
Unter anderem deswegen war es hier still… Und wegen der zeitaufwändigen Vertretungsprofessur in Tübingen und weil ich noch einiges zu tun habe, bevor es Anfang Mai noch turbulenter und lauter hier wird!
Nach längerer Zeit mal wieder eine neue Umfrage, geboren aus einem ganz aktuellen Interesse:
Ich unterrichte gerade ein Seminar zum Internet, das sich für mich selbst als methodisch und theoretisch sehr spannend erweist. Momentan geht es um verschiedene Nutzungsformen des Internet, und ich frage mich gerade, ob ich in meiner Themenwahl nicht schon wieder dem aktuellen Stand hinterherhinke und mich auf Sachen konzentriere, die vor 4-8 Jahren angesagt waren. Klar, über die gibt es natürlich Sekundärliteratur.
Eine - wie immer total unrepräsentative - Einschätzung, welches Internetmedium gerade hip, angesagt und im Trend ist, würde mich freuen! Eigene Hinzufügungen sind möglich.
Die Leser dieses Blogs (eine sicher sehr repräsentative Gruppe, fragt sich nur wofür ;)) haben in der letzten Umfrage entschieden: Mit großer Mehrheit für einen Ethikunterricht für alle, der auch Wissen über Religionen vermittelt, wobei alle großen Religionen den gleichen Raum erhalten sollen. Wahrscheinlich ist diese Von-allem-etwas-niemandem-Wehtun-Haltung auch so ungefähr gesellschaftlich mehrheitsfähig.
Ich tue mich etwas schwer damit. Keineswegs möchte ich einer christlichen Leitkultur das Wort reden, doch sehe ich es schon als Problem an, wenn kein solides Wissen über biblische Geschichte oder grundlegende Konzepte christlicher Theologie(n) besteht. Nicht, weil es eine Verpflichtung dazu gibt, religiös zu sein, sondern weil man sonst so vieles aus den Bereichen Kunst, Literatur, Geschichte, aber auch Aspekte gesellschaftlicher Debatten nicht versteht. Ich glaube, dass das in geringerem Maße für Wissen über den Hinduismus oder den Buddhismus gilt. Den Islam finde ich hingegen extrem wichtig, nicht nur wegen meiner fachlichen Ausrichtung, sondern weil er heute so heftige Konflikte auslöst. Das Judentum finde ich ebenfalls wichtig; in vielen Bereichen lassen sich die drei monotheistischen Religionen ohnehin nicht voneinander trennen. Dem Christentum würde ich aber bislang schon den stärksten Einfluss auf unsere Geschichte und Kultur zusprechen.
In meinem eigenen Unterricht merke ich, dass bei vielen Berliner und Brandenburger Abiturienten keinerlei Grundwissen über das Christentum vorhanden ist, was dann oft auch den Zugang zum Koran behindert. Ein erheblicher Anteil meiner Studierenden wusste z.B. nicht, dass es einen biblischen Josef VOR dem Ehemann Marias gibt. Die große Gefahr bei einem Ethik-Weltanschauung-Religion-Unterricht ist, dass solches Wissen zu kurz kommt, weil sehr viel allgemein über Wertorientierung geredet wird, aber Religionen höchstens noch auf folkloristischer Ebene (religiöse Feste, Riten usw.) eine Rolle spielen, in jedem Fall nur in einer eher oberflächlichen Außenperspektive. Das muss nicht so sein, kann aber leicht passieren. Ich habe es in meiner Schulzeit durchaus als Bereicherung empfunden, von bekenntnisorientierten Lehrern unterrichtet worden zu sein, gerade weil dieses Bekenntnis nicht das meine war. Vielleicht gäbe es die Möglichkeit, ein solches Element in einen Unterricht über Weltreligionen zu integrieren - nicht nur als Kurzvortrag zwischendurch, sondern z.B. indem Lehrer verschiedener Bekenntnisse jeweils mal ein Halbjahr oder Schuljahr übernehmen? Ich fantasiere jetzt natürlich nur. Aber ich glaube, dass es gerade Schülern, die in ihrem Umfeld keinen Zugang zu irgendeiner Form von Religion haben, eine interessante Perspektive eröffnen kann, sich einmal intensiv mit Menschen auseinanderzusetzen, die eine religiöse Überzeugung vertreten. Dabei geht es mir nicht um Bekehrung, sondern einfach um Verstehen. Man braucht sich nur den SPIEGEL anzuschauen, um zu sehen, wie weit her es in unserer Gesellschaft mit einem Verständnis für religiöse Einstellungen ist.
Ich finde, das Floristikfachgeschäft (59 Euro) hätte das auch nicht viel besser gemacht als Ladis, Luzie und ich:
“Nein, Luzie, das ist nicht Erich Honecker, das ist Käpt’n Blaubär.”
Bin gestern zurückgekommen von der 3tägigen Tagung “The Qur’an: Text, History and Culture” am SOAS in London. Alle fragen mich, wie London war, aber eigentlich weiß ich nur, wie die paar Häuserblocks in Bloomsbury waren, zwischen denen sich mein Aufenthalt bewegt hat: Feucht und wechselhaft.
Außerdem kommt mir London momentan geradezu bezahlbar vor.
Jenseits dieser Äußerlichkeiten war die Tagung sehr, sehr interessant. Es gab manchmal eine etwas seltsame Mischung aus Außen- und Innenperspektive, zwischen Wissenschaftlern, die über den Koran (oder verwandte Themen) forschen, und Muslimen, die lieber darüber reden wollten, wie man den Koran denn nun wirklich richtig versteht… Das ist im angelsächsischen Raum verbreiteter als in Deutschland und für mich immer wieder gewöhnungsbedürftig, weil die Perspektiven nicht so recht zusammenpassen. Aber gestört hat es nicht weiter, die Tagungsbeiträge waren zum großen Teil wirklich interessant und anregend, und sehr divers, von der Rezeption des Korans in der amerikanischen Literatur bis zu westafrikanischen Koranhandschriften. Ich selber habe über Aspekte meines Habilthemas vorgetragen und im Anschluss sehr positives Feedback bekommen und intensive Gespräche geführt. Für mich hat sich selten eine Tagungsteilnahme so gelohnt. Der SOAS sei Dank!
Surreale mehrsprachige Poesie eines Fünfjährigen:
La lune – Knall,
der Beethoven sitzt im Stall.
Mein zweiter Sammelband ist erschienen:
Ein hartes Stück Arbeit, aber es hat sich gelohnt!